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Ansgar-Medaille für Dr. Heribert Dernbach

Für sein Engagement in der Suchtkrankenhilfe und Obdachlosenarbeit, in einem Patenschaftsprogramm zugunsten indischer Kinder und ganz besonders bei der Entwicklung und Umsetzung der Pläne für das Trauerzentrum St. Thomas Morus in Hamburg-Stellingen wurde Dr. Heribert Dernbach im Eröffnungsgottesdienst der St. Ansgar-Woche am Sonntag, den 29. Januar mit der Ansgar-Medaille des Erzbistums Hamburg ausgezeichnet. Wir vom Stiftungsrat freuen uns mit ihm.

Dr. Heribert Dernbach, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates © Erzbistum Hamburg / Kathrin Erbe

Dr. Heribert Dernbach ist seit November 2012 Mitglied des Stiftungsrates der Erzbischöflichen Stiftung Katholisches Trauerzentrum und Kolumbarium St. Thomas Morus in Hamburg und seit Juli 2015 dessen stellvertretender Vorsitzender. Von Beginn, etwa 2007 an hat er als stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes der Pfarrei St. Ansgar das Projekt Trauerzentrum immer wieder unterstützt, zu dessen Entwicklung später auch die Errichtung des Kolumbariums gehörte. Seine Fachkenntnisse und sein außerordentlich großes Engagement vor Ort, insbesondere während der Bauphase, haben sich bei der Umsetzung dieser beiden Bauprojekte als unverzichtbar erwiesen.

Ansgarmedaille © Erzbistum Hamburg

Die Ansgar-Medaille wurde im Jahr 2000 erstmalig verliehen. Mit ihr werden Frauen und Männer für ihren „vorbildlichen Einsatz für die Kirche“ ausgezeichnet, so das Statut. Auch für bedeutende Leistungen im kulturellen, sozialen und wissenschaftlichen Bereich kann sie vergeben werden. Die Medaille ist aus Silber gefertigt und teilvergoldet. Sie zeigt den Bistumsgründer Ansgar, der die thronende Gottesmutter verehrt. Die Darstellung wird von dem Schriftzug „Verdienstmedaille Erzbistum Hamburg“ umrahmt.

 

Gute Resonanz bei der öffentlichen Vorstellung

Die öffentliche Vorstellung des veränderten Gebäudeensembles samt Paradiesgarten fand am Freitag, den 20. Januar 2017 statt. Im bis auf den letzten Platz gefüllten Trauercafé erinnerte anfangs Generalvikar Angar Thim, ehemals Pfarrer von St. Thomas Morus, an den Beginn des Projektes vor rund zehn Jahren. Ein Radiobeitrag über ein säkulares Trauerhaus in Hannover gab seinerzeit einen wichtigen Anstoß.

Stiftungsrat (v.l. Dr. Heribert Dernbach, Herr Joseph Schnieders, Dr. Thomas Kroll, Frau Anke Saxinger) mit Zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank (3.v.l.) und Propst Thomas Drope (r.) © Andreas Rowold Architekt

Frau Katharina Fegebank, zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg, zeigte sich beeindruckt von der Schlichtheit und Wärme insbesondere des Abschiedsraums im Trauerzentrum. Sie hofft, »dass die Botschaft dieses Trauerzentrums in die Stadt getragen wird«.

Auf die Botschaft, auf Motto und Programm – »Trauernden Zeit schenken, Toten Raum geben« – ging Dr. Thomas Kroll näher ein. Der Vorsitzende des Stiftungsrates stellte das pastorale Konzept von Trauerzentrum und Kolumbarium vor und zeigte somit auf: Die Kombination von Trauerbegleitung und Urnenbestattung in einer Kirche bei deren gleichzeitiger Weiternutzung durch die Gemeinde ist in Deutschland einzigartig.

Architektin Michèle Franke © Andreas Rowold Architekt

Architektin Michèle Franke verdeutlichte mittels zahlreicher Fotos, wie aus einem nach und nach gewachsenen Gebäude – vormals Kirchensaal, später Gemeindezentrum – ein helles, ansprechendes Trauerzentrum werden konnte.

Architekt Andreas Rowold (2.v.l.) mit Dr. Heribert Dernbach (2. Vorsitzender des Stiftungsrates), Frau Katharina Fegebank (Zweite Bürgermeisterin) und Diakon Stephan Klinkhamels (Leiter des Trauerzentrums)

Architekt Andreas Rowold legte dar, dass ihn und seine Mitarbeiter_innen der Zeltcharakter der Kirche St. Thomas Morus bewogen hat, im Inneren nichts an die Wände zu stellen. Statt Urnenkammern an den Wänden findet man Urnenwürfel inmitten der Kirche, die an das Miteinander von Toten und Lebenden erinnern – nicht nur im Gottesdienst. Urnenwürfel findet man auch im Innenhof, im sogenannten Paradiesgarten, wo Bäume, ein Brunnen, eine Vogeltränke und Bänke zum Verweilen einladen. Die Urnenwand verdeckt den Blick auf den angrenzenden Parkplatz.

Diakon Klinkhamels verdeutlichte zum Abschluss, dass Trauerzentrum und Kolumbarium dem Leben dienen wollen – und nun mit Leben gefüllt werden, auch dank Ehrenamtlicher, die sich etwa beim Trauercafé engagieren.
Beiträge von Pfarrer Ulrich Krause, seit November vor Ort, und – in ökumenischer Verbundenheit – von Propst Thomas Drope rundeten den informativen, kurzweiligen Nachmittag ab.

 

Fernsehbericht zur Eröffnung

Den zweiminütigen Vorbericht, der am 17. Januar 2017 im Hamburg Journal des NDR gesendet wurde, können Sie (nochmals) sehen, wenn Sie auf diesen diesen Link klicken.

 

Radiobeitrag zur Einweihung

Anlässlich der Einweihung von Kolumbarium und Trauerzentrum am 25. Oktober 2016 wurde im Radio berichtet. Einen der Beiträge finden Sie hier.

 

Open-Air-Film-Abend im Paradiesgarten

Der Open-Air-Film-Abend Ende August, Anfang September ist inzwischen gute Tradition. In diesem Jahr durften wir uns auf veränderte räumliche Bedingungen im Innenhof freuen und waren sehr gespannt auf Atmosphäre und Wirkung.
Leider hat es am Freitag, den 8. September nahezu immer geregnet. Daher mussten wir ins Trauerzentrum ausweichen. Für Live-Musik, Cocktails und Knabbereien war gesorgt. Ein wunderbarer, unterhaltsamer Spätsommerabend, wenn schon nicht unter freiem Himmel, so doch in sehr angenehmer Umgebung.

 

Ausstellungen

Vor gut hundert Jahren spielte die Totenfotografie in Deutschland noch eine bedeutende Rolle, seit rund fünfzig Jahren ist das Interesse daran fast völlig verschwunden. Der Biologe Dr. Martin Kreuels arbeitet – gegen den Trend – als Totenfotograf. Er greift eine alte Tradition auf und erstellt Portraits, mit denen Angehörige weiterleben können.
Die beeindruckenden Schwarz-Weiß-Fotos sind bis Ende Februar 2018 zu sehen. Bis dahin ist auch der Zugang ins Foyer des Trauerzentrums möglich.

Vom 23. April bis zum 3. Juni 2018 sind im Trauerzentrum Bilder von Madlon Kroll zu sehen. Die Hamburger Künstlerin verwendet gerne kräftige, ausdrucksstarke Farben.
Die farbstarken Bilder sind bewusst gewählt. Denn das Trauerzentrum möchte Trauernden Mut und Freude machen im Alltag sowie Unterstützung bieten für deren Rückkehr in den Alltag.
Diese farbenfrohe Ausstellung soll Trauernde ermutigen, ihren je persönlichen Trauerprozess anzunehmen. Sie soll Hoffnung vermitteln und will Zuversicht wecken, dass »am Ende des Tunnels« ein Leben voller Licht, Farbe und Lebensfreude wartet.

 

Filme zum Thema

THE RIDER
Seit 21. Juni 2018 lief in deutschen Kinos der Spiefilm »The Rider« (USA 2017), von Chloé Zhao gedreht mit Laiendarsteller_innen. Im Mittelpunkt steht ein junger Mann namens Brady. Der ehemalige Rodeo-Star hat sich am Kopf schwer verletzt; die Operation ist gut verlaufen, doch verkrampft sich als Folge des Unfalls bisweilen Bradys rechte Hand.
Brady hat weiterhin ein hervorragendes Gespür für Pferde, die er zureitet und trainiert. Zu gerne möchte er wieder zurück in die Rodeo-Arena und sich auf dem Rücken bockiger Pferde beweisen. Doch die Ärztin rät ab.
Der Film führt einen länger währenden Abschieds- und Trauerprozess vor Augen, zeigt Bradys inneren Kampf zwischen Leidenschaft und Vernunft und verdeutlicht die Schwierigkeiten des Loslassens. So liegt »ein Hauch von Melancholie über der Geschichte, die sich mehr als einmal zu Poesie verdichtet«. (Franz Everschor im filmdienst).
Wunderschöne Landschaftaufnahmen bereichern den sensiblen Film ebenso wie etwa Bradys Umgang mit Lilly, seiner geistig behinderten Schwester, und mit Lane, seinem in der Reha-Klinik liegenden Freund, der nach einem Rodeo-Unfall schwerstbehindert im Rollstuhl sitzt.
Die Kurzkritik im filmdienst finden Sie hier; die Kritik von epd Film ist hier verlinkt.

 

FOXTROT – DER TANZ MIT DEM SCHICKSAL

Seit 12. Juli 2018 war »Foxtrot« im Kino zusehen, der zweite Film des israelischen Regisseur Samuel Maoz – mit fulminantem Auftakt: Nach wenigen Filmsekunden ist die Nachricht überbracht, dass der Sohn einer vierköpfigen Familie beim Militärdienst an der Grenze getötet wurde. Verzweiflung und Zusammenbruch auf Seiten der Mutter, blanke Wut auf Seiten des Vaters, routiniertes Vorgehen beim Militärrabbiner und seinen Kolleg_innen. Dann die erlösende Botschaft, dass es sich um eine Verwechslung mit einem Namensvetter handelt. Mehr sei hier nicht verraten.
»Foxtrot«, ein Beitrag für die Trauerpastoral, eine komplex choreographierte Tragödie über Schuld und Schicksal, wartet mit weiteren überraschenden Wendungen, auch mit humoristischen Passagen auf. Der Film schickt das Publikum auf eine emotionale Achterbahnfahrt und findet dabei insbesondere für Trauer und Nichtfassenkönnen des Verlustes beeindruckende Bilder. Mit dieser Familiengeschichte bringt der Regisseur zugleich Schicksal und Tragik einer traumatisierten Gesellschaft zum Vorschein.
»Foxtrot« gewann bei den 74. Filmfestspielen von Venedig 2017 den Großen Preis der Jury. Die Kritik im filmdienst finden Sie hier; die Kritik von epd Film ist hier verlinkt.